Neuromodulation durch rTMS

bei Depression, Angst, Migräne und Spannungskopfschmerz sowie weiteren Erkrankungen.
 

Grundlagen

Alle Vorgänge in unserem Gehirn – Denken, Fühlen, Wahrnehmen, Wollen und die Vorbereitung unseres Handelns – gehen mit einem Austausch von Informationen zwischen Hirnzellen einher, bzw. werden durch diesen Informationsaustausch gesteuert. Die Informationen werden von Zelle zu Zelle über Schaltstellen (Synapsen) auf elektrischem und chemischem Weg weiter gegeben. Erkrankungen des Nervensystems gehen mit einer Störung dieser Signalübertragung einher. Manchmal ist der Stoffwechsel der Botenstoffe gestört, manchmal gibt es Fehlfunktionen der Schaltstellen und manchmal ist die Zahl dieser Schaltstellen krankheitsbedingt vermindert. Je nachdem, wo die Störungen auftreten oder welche Botenstoffe betroffen sind, entstehen unterschiedliche Symptome, die wir dann bestimmten Krankheiten zuordnen. Ein geordnetes Zusammenspiel der Nervenbahnen des Gehirns ist die Voraussetzung für seelische und körperliche Gesundheit.


Wirkmechanismus der rTMS

Mit der repetitiven transkraniellen Magnetstimulation (rTMS) wirken wir verändernd auf die Nervenbahnen des Gehirns ein (Neuromodulation). Das geschieht nach festgelegten Regeln und dient dazu, krankhaft überaktive Gehirnregionen zu hemmen oder reduzierte Aktivität wieder zu verstärken. Dabei werden über eine außen am Kopf anliegende Spule Magnetimpulse durch den Schädelknochen in das Gehirn geschickt, die je nach Ort und Symptom hemmend oder aktivierend auf die Nervenzellen wirken. Die großen Vorteile der Methode liegen darin, dass keine Narkose erforderlich ist, nur wenige Kontraindikationen bestehen, Nebenwirkungen sehr selten sind und sie in der Regel sehr gut verträglich ist. Durch die Magnetstimulation kann oft die bisher eingenommene Medikation reduziert werden. Manchmal ist sogar ein Absetzen der Arznei möglich. Auch Menschen, die keine Medikamente gegen ihre Symptome einnehmen möchten oder können (z.B. bei Schwangerschaft), finden durch die rTMS eine Möglichkeit, behandelt zu werden, ohne dass der Organismus mit Medikamenten belastet wird.


Ablauf der Neuromodulation durch rTMS

Sofern Sie noch nicht bei uns in Behandlung sind, findet zunächst einmal eine ärztliche Voruntersuchung statt, ob bei Ihrer Erkrankung eine Indikation für eine rTMS-Therapie besteht und ob Kontraindikationen vorliegen. Vor Beginn der Behandlung erfolgt in jedem Fall die Ableitung der Hirnstromkurven (EEG). Je nachdem, welche Störung mit der rTMS behandelt werden soll, sind unterschiedlich viele Stimulationssitzungen über mehrere Wochen erforderlich. Auch die Dauer der einzelnen Sitzungen hängt vom Einzelfall ab. Sie beträgt zwischen 15 und etwa 30 Minuten. Die Anzahl der erforderlichen Sitzungen und die Art der Stimulation (Stimulationsprotokoll) werden in dem ärztlichen Vorgespräch festgelegt. Bei einem Wiederauftreten der Symptome können weitere Sitzungen zur rTMS-­‐Erhaltungstherapie vereinbart werden, deren Abstand individuell unterschiedlich ist. Die rTMS-­‐Behandlung wird in komfortabler Sitzposition durchgeführt. Im Sinne eines Heilversuchs kann die rTMS alleine oder in Kombination mit einer medikamentösen Behandlung eingesetzt werden. Intensität und Dauer der Wirkung hängen von verschiedenen individuellen Faktoren ab. Eine Garantie für die Wirkung kann ebenso wenig gegeben werden, wie bei einer medikamentösen Behandlung. Nicht anwendbar ist die Methode bei Patienten mit bekannten epileptischen Anfällen, mit Metallimplantaten im Kopf (außer im Gebiss), bei Trägern von Cochleaimplantaten, Herzschrittmachern oder implantierten Medikamentenpumpen.


Anwendungsgebiete

Sehr gute Erfahrungen liegen inzwischen bei der Behandlung von Depressionen und Angststörungen vor. In den USA ist 2008 eine bestimmte Form der rTMS-­‐Behandlung bei therapieresistenten Depressionen zugelassen worden und kann dort zulasten der Krankenversicherungen angewendet werden. AuchSchlafstörungen, die bei Depressionen häufig auftreten, können deutlich gebessert werden. Es gibt inzwischen Hinweise, dass andere seelische Erkrankungen, die mit depressiven Symptomen oder Ängsten einhergehen, ebenfalls gebessert werden können. Dazu zählen beispielsweise Posttraumatische Belastungsstörungen und Zwangsstörungen. Durch den Einsatz unterschiedlicher Spulen und Stimulationsabläufe (Protokolle) lassen sich auch bei Migräne und Spannungskopfschmerzen oft gute Erfolge erzielen. In einigen Fällen kann evtl. auch eine Linderung der Beschwerden bei chronischem Tinnitus und Fibromyalgie erreicht werden. Mit der Neuromodulation durch rTMS-Therapie steht ein innovatives, nicht-invasives und sehr gut verträgliches Therapieverfahren zur Verfügung, dessen Wirkung und Sicherheitsprofil durch weltweite plazebokontrollierte Studien in vielen verschiedenen Testzentren und im klinisch praktischen Alltag gezeigt wurden.


Sind Sie interessiert?

Die Neuromodulation durch die rTMS-Therapie wird in der Regel von den gesetzlichen Kassen nicht erstattet, da es sich um einen Heilversuch durch ein neues Verfahren handelt. Sprechen Sie mit uns über die Indikation, den Ablauf und die Behandlungskosten. Diese betragen in der Regel je nach Indikation und Umfang der Behandlung ca. 600,- bis 2000,- Euro.


Weiterführende Informationen zu Studienergebnissen finden sie hier:

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