Zwangsstörungen

Etwa 1-2% der Menschen entwickeln im Laufe ihres Lebens eine Zwangsstörung; einzelne Zwangssymptome kommen sogar bei 8% der Bevölkerung vor. Die Zwangsstörung ist eine Erkrankung, bei der sich ständig wiederholt sinnlose Ideen und Gedanken aufdrängen und/oder immer wieder dieselben sinnlosen Handlungen durchgeführt werden (sich aufdrängender Handlungsimpuls), die selbst wenn sie unter bestimmten Umständen sinnvoll sein könnten, nicht mehr zweckgebunden sind. Beispiele solcher Zwangsgedanken und Zwangshandlungen sind Zählzwang (z.B. Zwang, jeden seiner eigenen Schritte zählen zu müssen), Kontrollzwang (z.B. ständig immer wieder kontrollieren, ob die Türe abgesperrt, der Wasserhahn zugedreht ist), Zwangsrituale (z.B. Waschzwang), Zwangsgedanken (z.B. Grübelzwang) oder Zwangsimpulse (z.B. Angst, jemanden mit einem Messer zu verletzen).

Bei Unterdrückung der Impulse (Zwangsgedanken oder Zwangshandlungen) entsteht Angst, die so unerträglich wird, dass schließlich diesen Impulsen wieder nachgegangen wird. Der gestörte Stoffwechsel des Neurotransmitters (Botenstoff im Gehirn) Serotonin spielt bei Zwangserkrankungen eine Rolle. Es bestehen enge Verbindungen zu Angststörungen, depressiven Störungen und Essstörungen.

In der Behandlung sind insbesondere psychotherapeutische Verfahren hilfreich (Verhaltenstherapie, tiefenpsychologisch fundierte Therapie u.a.). Begleitend kann hochdosiert mit modernen Antidepressiva behandelt werden.

Begleitende Angststörungen, depressive Störungen, Sucht- und Essstörungen sollten ebenfalls behandelt werden, wofür zum Teil die gleichen Medikamente und die gleichen psychotherapeutischen Verfahren hilfreich sind.