Schizophrenie / Psychosen

An dieser Krankheit leiden etwa 1% der Bevölkerung irgendwann in ihrem Leben. Es handelt sich hierbei um Krankheiten mit Störungen des Denkens, der Gefühle, der Wahrnehmung und des Realitätserlebens, die vermutlich auf einer Störung des Stoffwechsels in bestimmten Hirnarealen beruhen. Genetische Faktoren und Umweltfaktoren spielen wohl ebenso eine Rolle. Aber auch organische Hirnerkrankungen (Hirnentzündung, Hirntumoren u.a.) und bestimmte Medikamente, Drogen oder Alkohol können Psychosen hervorrufen.

Die Symptome sind vielfältig und nicht immer müssen alle gleichzeitig bestehen. Typisch sind Denkstörungen mit Störungen der Logik und/oder einer Zerfahrenheit des Denkens. Daneben bestehen vielfach so genannte „Ich-Störungen“ mit dem subjektiven Erleben von Gedankeneingebung, Gedankenentzug, Gedankenausbreitung und/oder einem Gefühl des Unwirklichen. Eine Störung des Realitätsempfindens zeigt sich in einer wahnhaften Eigenwelt, die oft neben der realen gemeinsamen Welt der Patienten und und Welt der Mitmenschen steht. Das Kennzeichen des Wahns sind unrealistische Gewissheiten, die unkorrigierbar sind (Verfolgungswahn, Beeinträchtigungswahn, Vergiftungswahn, ...). Dazu kommen meist noch Affektstörungen (Angst, Depression, Manie und Gereiztheit). Schließlich können noch Wahrnehmungsstörungen wie Stimmenhören und/oder andere akustische oder optische Halluzinationen oder auch Halluzinationen von Körpermissempfindungen hinzukommen.

Im Verlauf der Erkrankung dominieren häufig "Minussymptome" mit Konzentrationsstörungen, Affektarmut, Verlangsamung, Apathie, Denkverlangsamung und Antriebsminderung, die im Alltag sehr beeinträchtigend sein können.

Die Behandlung richtet sich bei organisch begründeten Psychosen nach der Ursache (Abstinenz von Drogen, Behandlung einer Hirnentzündung oder eines Tumors, etc.) Bei allen Psychosen, also auch bei der Schizophrenie sollte eine Behandlung mit Antipsychotika erfolgen, da sich Patienten während der Psychose schaden können, Lebensqualität verlieren und Gefahr laufen, dass Schäden am unbehandelten Gehirn entstehen. Die modernen Antipsychotika erlauben es vielen Patienten, ein weitgehend normales und selbständiges Leben zu führen. Daneben kommen Verhaltenstherapie bzw. kognitive Therapieverfahren zum Einsatz.