Angsterkrankungen

Ursächlich für diese Störungen ist häufig die fehlerhafte psychische Verarbeitung von Erlebnissen. Möglicherweise beruhen sie auf unbewusster Verarbeitung chronischer (dauerhafter) innerseelischer Konflikte. Allerdings mehren sich die Hinweise darauf, dass auch bei den Angsterkrankungen und anderen “Neurosen“ Veränderungen im Hirnstoffwechsel eine wichtige Rolle spielen.

Bei phobischen Störungen steht Angst vor einer bestimmten Situation oder einem bestimmten Ort im Vordergrund (Angst vor Tieren, Gruppen, Plätzen, Höhe etc.).

Bei der Panikstörung treten Angstattacken urplötzlich und oft „aus dem Nichts heraus“ auf. Manche Patienten verspüren Todesangst, haben Angst umzufallen oder sich unkontrolliert zu verhalten. Solche Panikattacken treten häufig in Situationen auf, wo ein „Entkommen“ unmöglich erscheint (Tunnel, Schlange an der Kasse im Supermarkt, Kaufhaus, Flugzeug, Familienfest etc.).

Die generalisierte Angststörung ist von einer fast ständig anwesenden Ängstlichkeit gekennzeichnet, irgend etwas Schlimmes könnte passieren.

Hypochondrische Störungen bezeichnen die unrealistische Gewissheit oder Befürchtungen, Krankheiten zu haben, obwohl man organisch gesund ist.

Die Angststörungen werden mit tiefenpsychologisch orientierten Therapien oder Verhaltenstherapie behandelt. In manchen Fällen wird eine medikamentöse Unterstützung benötigt. Hierzu sind viele der modernen Antidepressiva (aber auch einige ältere Präparate) zugelassen. Besonders problematisch ist die Verordnung von Substanzen, die eine Abhängigkeit auslösen können, insbesondere Anxiolytika (angstlösende Medikamente) aus der Reihe der Benzodiazepine (z.B. Valium, Tavor, Tafil etc.). Manchmal kann auf sie aber nicht verzichtet werden. Dann sollten sie allerdings lediglich zeitlich befristetet eingenommen werden. Auch die früher gerne gegebene Wochenspritze (Imap, Fluspi etc.) sollte nur unter genauester Abwägung von Nutzen/Risiko gegeben werden, da die Gefahr von Langzeitschäden besteht.