Was machen eigentlich Psychiater?

Psychiater“ oder „Fachärzte für Psychiatrie“ sind die Fachleute für alle Erkrankungen der Psyche mit Störungen des Fühlens, Denkens, Wollens und Handelns. In ihr Fachgebiet gehören Erkrankungen wie Depressionen, Schizophrenie, Demenz, Sucht-, Zwangs- und Angsterkrankungen sowie Persönlichkeits- und Sexualstörungen. Nach dem Studium der Medizin haben sie eine mindestens fünfjährige Facharztausbildung absolviert. Mindestens vier Jahre haben sie davon im Fachgebiet Psychiatrie gearbeitet, und ein Jahr in der Neurologie. Als Ärzte dürfen sie Medikamente verschreiben. Da viele psychische Störungen auf Unregelmäßigkeiten im organischen Funktionsablauf (Stoffwechsel) des Gehirns beruhen, können diese oft medikamentös oder mit Stimulationsverfahren behandelt werden.

Diagnostik und Behandlung beinhalten ggf. ein EEG, Laboruntersuchungen, evtl. auch eine körperliche Untersuchung, das Sprechstundengespräch, die Einleitung und Überwachung einer medikamentösen Therapie, die Anwendung von Stimulationsverfahren und ggf. psychotherapeutische Mittel. Wenn nötig veranlassen Psychiater eine stationäre Behandlung und stellen Kontakt zu ambulanten sozialpsychiatrischen Diensten her.

Neurologen“ befassen sich mit Störungen der „nicht-psychischen“ Funktionen des Nervensystems und sind daher zuständig für Krankheiten wie: Parkinson, Epilepsie, Schlaganfall, Multiple Sklerose, Gefühlsstörungen, Lähmungen, Kopfschmerz und Schwindel etc.

Psychologen“ haben Psychologie studiert, sind also keine Ärzte. Neben Tätigkeitsfeldern in der Werbung, Personaldienstleistungen oder auch in der Marktforschung ist ein kleiner Teil der Psychologen im medizinischen Umfeld tätig. Als Psychotherapeuten haben die Psychologen eine umfangreiche Zusatzausbildung an einer anerkannten Ausbildungsstätte absolviert.

Psychotherapeut“ können sich alle Ärzte und Psychologen mit einer geregelten Zusatzausbildung nennen. Die Ausbildung der Psychologen ist dabei im Regelfall erheblich umfangreicher, bevor sie die Kassenzulassung erhalten. Eine Ausnahme hiervon stellen die „Fachärzte für Psychotherapeutische Medizin“ und die „Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie“ dar. Diese beiden Gruppen haben eine umfassende Ausbildung über die Funktionsstörungen der „Seele“.